Auf nach Sierre Leone!

Eine virtuelle Reise in die Projektgebiete

 

Am 17. Dezember war es soweit: Sierra Leone-Patinnen & Paten konnten beim ersten World Vision Online-Patentreffen ganz gemütlich von zu Hause aus in das Land ihrer Patenkinder reisen.

Einblicke in die Natur des Landes, Impressionen vom Leben in den World Vision-Projektgebieten und Informationen über die aktuelle Corona-Situation: All das haben um die 138 Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf ihrer kleinen virtuellen Reise ✈️ erfahren.

Für alle, die keine Zeit hatten, gibt es hier eine Nachlese mit Bild- und Videomaterial aus Sierra Leone.

Freetown

Freetown

Aberdeen

Aberdeen

Lumley Beach

Lumley Beach

Lumley Beach

Lumley Beach

 

Massentourismus in Sierra Leone? Keine Spur davon!

Wunderschöne Strände in der Nähe der Hauptstadt Freetown, vorgelagerte Inseln und tropisches Klima verleiten zum Träumen. Lediglich in der Regenzeit von Mai bis November können heftige Regenfälle diese Stimmung etwas trüben.

Eine Reise nach Sierra Leone kommt jedenfalls definitiv einem Abenteuer gleich. Das beginnt schon bei der Ankunft am Flughafen – der befindet sich nämlich auf einer nahegelegenen Insel. Und ja, die Regenzeit wirkt sich auch massiv auf den Zustand der Straßen aus.

Aber sehen Sie selbst, welchen Herausforderungen man hier begegnet:

Weiter geht unsere Reise ins Projekt …

Zwei wichtige Schwerpunkte in unseren Projekten sind die Verbesserung von Ernährung und Einkommen. Denn Untergewicht und Mangelernährung bei Kindern waren gerade zu Beginn unserer Projektarbeit augenscheinlich. In den Videos sehen Sie Bewohnerinnen und Bewohner bei der Reis-, Bananenernte und dem Fischfang. Im Gegensatz zu anderen Obstsorten sind Bananen das ganze Jahr über verfügbar und werden neben dem Eigenbedarf auch verkauft. Reis ist eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel, hier sehen Sie eine von World Vision etablierte Spargruppe bei der jährlichen Reisernte. Um die Ernährung mit wichtigen Proteinen zu ergänzen, treffen sich Frauen, um gemeinsam mit traditionellen Netzen Fische und andere Flusstiere zu fangen.

Frauen beim Fischen

Von der Freude in der Schule und der Kunst des Haareflechtens

Der Bildungsbereich hat während des Bürgerkrieges in Sierra Leone stark gelitten. Lehrkräfte verließen das Land, die Schulen waren in einem katastrophalen Zustand und der Weg zur Schule für die Kleinsten teilweise unmöglich zu bewältigen. Nach wie vor ist die Sensibilisierung der Eltern für die Wichtigkeit von Bildung ein sehr wichtiger Bestandteil unserer Aktivitäten. Was unsere Maßnahmen alles bewirken, können Sie auch in unseren Fortschrittsberichten nachlesen.

Eine besondere Kunst in Sierra Leone ist das Flechten von Zöpfen in allen Variationen. Besonders zu speziellen Anlässen wie Hochzeiten werden diese gerne von Mädchen und jungen Frauen getragen. Man kann nur staunen, wie schnell und perfekt die Frauen das Flechten beherrschen. Finden Sie nicht auch?!

Frau flechtet die Haare einer anderen Frau in Sierra Leone

Wir erleben derzeit, wie die rasante Ausbreitung des Coronavirus unser Leben innerhalb kürzester Zeit völlig verändert hat. Viele Patinnen und Paten sorgen sich auch um ihre Patenkinder und die Familien in den Regionen, in denen World Vision tätig ist. Gemeinsam mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor Ort entwickeln wir Maßnahmen, um die Kinder und ihre Familien zu schützen. Hier finden Sie einen aktuellen Überblick zu den Entwicklungen in den Projektgebieten.

COVID-19 in Sierra Leone

 

Auch in Sierra Leone arbeiten wir daran, die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Wir senden unter anderem Präventionsbotschaften über soziale Medien, wöchentliche Radiodiskussionssendungen sowie Fernsehprogramme, schulen religiöse Respektspersonen, damit sie Präventionsinformationen an ihre Gemeinden weitergeben und verteilen Seife und Masken an Bewohnerinnen und Bewohner von Hochrisikogebieten. Außerdem installieren wir Wassertanks, um sicherzustellen, dass die Menschen ausreichend Möglichkeiten zum Händewaschen haben.

Wie solche Maßnahmen im Projekt ausschauen, sehen Sie hier:

Guten Appetit mit World Vision

 

Für alle, die ihre Liebsten zu Hause mit afrikanischen Köstlichkeiten verwöhnen möchten, haben wir zum Abschluss noch eine kulinarische Inspiration. Unsere Kollegin Judith hat gemeinsam mit ihrem Mann ein traditionelles Gericht aus Sierra Leone nachgekocht. Einfache Zutaten wie Schwarzaugenbohnen, Öl, Zwiebel, Salz und Pfeffer werden zu einem zauberhaften Gericht geschält, püriert und frittiert.

 

Wir wünschen GUTEN APPETIT!

Fragen des Abends

Viele unterschiedliche Fragen kamen bei unserem Live-Event auf. Einige davon konnten wir aus zeitlichen Gründen nicht beantworten. Das holen wir hier gerne nach.

Question & Answer Section
Question
Wie kann man sich einen Besuch beim Patenkind vorstellen?

Sobald Reisen aufgrund der COVID-19 - Situation wieder möglich sind, planen wir gerne Ihren Besuchstag bei Ihrem Patenkind. Den Besuchstag müssen wir ca. 2 Monate im Voraus wissen, um gemeinsam mit unseren Kollegen das Zusammentreffen mit Ihrem Patenkind zu planen. Die Anreise von Freetown in unsere Projektgebiete beträgt in etwa 9 Stunden, sodass Sie vor und nach dem Besuchstag mit einer Übernachtung in der Nähe des Projektgebietes rechnen müssen. Alle weiteren Informationen finden Sie hier: www.worldvision.at/jetzt-kinderpate-werden/besuch-beim-patenkind

Question
Wie sieht der Projektumfang in Fiama und Soa aus?

Fiama umfasst 84 und Soa 47 Dörfer, in denen wir Projektarbeit leisten. In Fiama beträgt die Einwohneranzahl um die 15.400 Einwohner, in Soa sind es in etwa 39.200 Einwohner.

Question
Warum gab es keine Live - Verbindung nach Sierra Leone?

Darüber haben wir auch nachgedacht und es ist prinzipiell eine gute Idee. Da dies unser erstes Online Event und somit eine Premiere war, haben wir uns für die sichere Variante entschieden, denn in Sierra Leone ist aufgrund der instabilen Internetverbindung eine optimale Ton- und Bildaufnahme nicht selbstverständlich.

Question
Wie ist die politische Lage in Sierra Leone?

Die Republik Sierra Leone hat von 1991 bis 2002 einen brutalen Bürgerkrieg erlebt. Inzwischen hat sich die Lage stabilisiert. Aktuelle politische und reiserelevante Informationen finden Sie unter
https://www.bmeia.gv.at/reise-aufenthalt/reiseinformation/land/sierra-l…

Question
Wie funktioniert der Transfer vom Flughafen nach Freetown?

Schon die Anreise nach Freetown (Hauptstadt des Landes) beginnt mit einem Abenteuer. Es gibt verschiedene Varianten, die von Hubschrauber bis Fähre und anschließendem Bustransfer reichen. Eine weitere Möglichkeit ist es, mit einem kleinen Bus zu einer Anlegestelle zu fahren und anschließend eine Fähre oder Boot Richtung Freetown zu wählen. Diese Variante garantiert Ihnen eine schöne Szenerie und ist definitiv mit Abenteuern verbunden.

Question
Wie lange ist World Vision in den Projekten in Sierra Leone vor Ort?

Die Projektlaufzeit in unserem Projekt Fiama ist bis ca. 2027 angesetzt, in unserem Projekt Soa sind wir noch bis mindestens 2029 vor Ort.

Question
Sind Tagelöhner von Lockdowns betroffen?

Auch Tagelöhner sind von den COVID-19 - Maßnahmen (u.a. Ausgangsbeschränkungen) betroffen.

Question
Wie sieht die Ernährung in Sierra Leone aus?

Grundnahrungsmittel ist Cassava. Am Speiseplan stehen auch Currys und Eintöpfe, die mit saisonalem Gemüse angereichert werden.

Question
Inwiefern leiden die Menschen in Sierra Leone an Mangelernährung?

In Sierra Leone ist eine einseitige Ernährung leider an der Tagesordnung. Es fehlt nicht nur an Vitaminen, Hülsenfrüchten und Eiweiß. Oft fehlt leider auch das Wissen über lebensnotwendige Ernährungsformen. Genau an dieser Stelle setzen wir bei unseren Aktivitäten mit den Mütterclubs im Ernährungsbereich an.

Question
Gibt es Neid aus Regionen, in denen World Vision nicht tätig ist?

Von Neid per se wissen wir nichts, aber wenn sich eine Region gut entwickelt, wollen Nachbarregionen oft auch davon profitieren. Wenn andere Regionen mitplanen und umsetzen wollen, und wir die nötige Finanzierung haben, dann machen wir das auch oft. Neue Praktiken in anderen Regionen verbreiten sich teilweise von selbst, etwa durch Spargruppen, die durch den Umzug von BewohnerInnen in neue Regionen, entstehen.

Question
Ist eine ehrenamtliche Mitarbeit vor Ort (ca. 1 Monat) möglich?

World Vision bietet im Normalfall keine Volontariate oder Praktika vor Ort an, da dies einerseits einen hohen administrativen Aufwand mit sich bringt (Visa, Anreise, Impfungen, Transport und Unterkunft vor Ort), teils auch ein gewisses Risiko mit sich bringt (je nach Projektgebiet) und auch unsere Projekte inzwischen eine so starke Spezifizierung und Komplexität aufweisen, dass es eine sehr intensive Einarbeitungszeit brauchen würde, bis jemand aktiv ein Projekt unterstützen könnte. Darüber hinaus kommen oft auch noch Sprachbarrieren sowie kulturelle Herausforderungen hinzu. Wir können aber auf Anfrage eine Übersicht von Organisationen zur Verfügung stellen, die sich auf ehrenamtliche Tätigkeiten und Volontariate spezialisiert haben (und auch die dafür nötigen Systeme und Strukturen aufgebaut haben). Diese Organisationen lassen sich den Aufwand jedoch oft auch finanziell entgelten.

Question
Haben die COVID-19-Maßnahmen einen Einfluss auf die Beziehungen der ProjektbewohnerInnen?

Wir sind eine der wenigen Organisationen, die von der Regierung vor Ort als systemkritisch angesehen wird. Unsere Sondergenehmigung hilft uns wesentlich weiterhin vor Ort tätig zu sein. Besonders ist, dass unsere KollegInnen aus Sierra Leone in den Projekten bleiben (unter Einsatz Ihrer Gesundheit). Schon während der Ebola Epidemie waren wir eine der wenigen Organisationen, die MitarbeiterInnen nicht abgezogen hat. Diese blieben in den Projekten und dadurch konnte das lokale Vertrauen weiter gestärkt werden.

Question
Gibt es in Sierra Leone ein Stromnetz?

In unseren Projekten selbst gibt es noch kein Stromnetz. Daher sind Generatoren oder Solarzellen die einzige Möglichkeit für größere Geräte Strom zu erzeugen (auch z.B. für Gesundheitsstationen). Das Leben orientiert sich daher stark an den täglichen, natürlichen Abläufen, wie dem Sonnenauf- und Sonnenuntergang. In Freetown und den größeren Städten ist Strom vorhanden, wobei man aber auch dort jederzeit mit Ausfällen rechnen muss.

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