Mädchen vor der Zerstörung in Beirut

LIBANON

Explosion in Beirut

 

"Ich hörte meine Nachbarn schreien und weinen. Als ich barfuß nach draußen ging, habe ich nicht verstanden, was passiert ist." - Tia aus Beirut, 11 Jahre

Eine massive Explosion erschütterte Beirut am 4. August 2020, bei der mindestens 160 Menschen getötet und 6.000 verwundet wurden. Hunderte wurden nach der Explosion als vermisst gemeldet, was Befürchtungen aufkommen lässt, dass die Zahl der Todesopfer steigen wird. 300.000 Menschen wurden obdachlos. Die Explosion hat nicht nur Beirut, sondern das ganze Land erschüttert.

 

Nach Angaben der Regierung wurde die Explosion durch ein Feuer verursacht, das in einem Lagerhaus mit schätzungsweise 2.750 Tonnen des explosiven Ammoniumnitrats reagierte. "Diese Katastrophe könnte zu keinem schlechteren Zeitpunkt kommen. Der Libanon befindet sich mitten in einer Wirtschaftskrise und die COVID-19-Infektionen sind in den vergangenen Wochen drastisch angestiegen und die Krankenhäuser schon jetzt an ihren Grenzen", so Hans Bederski, der Leiter von World Vision im Libanon.

Die libanesische Regierung hat für einen Zeitraum von zwei Wochen den Ausnahmezustand ausgerufen. Familien sind obdachlos und haben alles verloren. Sie finden vorübergehend Schutz in Schulen, in Verwaltungsgebäuden oder bei Familien und Bekannten.

 

 

 

Wie haben Sie die Explosion miterlebt?

"Ich war in meinem Haus in Ain Saadeh, einem Vorort von Beirut, etwa 7 KM östlich des Hafens, wo sich die Explosion ereignete. Es war ein lauter Knall, gefolgt von Vibrationen - ganz ähnlich wie ein lauter Donner gefolgt von einem leichten Erdbeben. Ich konnte nicht herausfinden, was es war, bis ich die aus der Stadt aufsteigende Rauchfahne und die ersten Reaktionen in den sozialen Medien sah."

Hans Bederski, Leiter von World Vision im Libanon

Hans Bederski

 

6 Monate nach der Explosion

Auch ein halbes Jahr nach der Explosion ist die Situation schwierig. Schulen sind geschlossen, Gesundheitseinrichtungen sind nicht zugänglich, viele Familien haben kein Einkommen, nicht genügend Lebensmittel oder keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Unsere Nothilfe umfasst Maßnahmen für 163.000 von der Explosion betroffenen Menschen in den Bereichen Kinderschutz, Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene, Grundversorgung und Lebensunterhalt, Unterkünfte und Bildung.

In diesen Bereichen ist die Nothilfe besonders wichtig: 

  • Abdeckung der Grundversorgung mit Nahrungsmitteln, Haushaltsgegenständen und Hygieneartikel für tausende Familien, die jetzt obdachlos sind und alles verloren haben
  • Bereitstellung von Übergangsunterkünfte und kurzfristige Reparaturen beschädigter Häuser von Familien
  • Psychologische Hilfe für die traumatisierten Kinder und Familien
Zerstörung in Beirut
Zerstörung in Beirut
Zerstörung in Beirut