Eine Gruppe Bäuerinnen vor ihrem Beet

Anna Zügner zu Besuch in Lesotho

Von Scones, getrockneten Äpfeln und Katastrophen

Anna wird herzlich begrüßt, das Wetter ist recht frisch - verglichen mit Österreich beginnt in Lesotho demnächst die Winterzeit, in der Kälte und Frost sich die Hände reichen… Es ist der zweite Besuch in unserem EU’s Civil Protection and Humanitarian Aid operations (ECHO)-Projekt „Katastrophenvorsorge und Schutz in Lesotho“.

Anna Zügner, Mitarbeiterin im Bereich der Internationalen Programme, betreut es seit Beginn an und steht in regelmäßigem Kontakt mit den Verantwortlichen vor Ort. Jetzt möchte sie sich persönlich von den Fortschritten überzeugen und von der Dorfbevölkerung erfahren, wie sie mit dem Projekt zurechtkommen.

Wo liegen die Gefahren?

In regelmäßigen Workshops kommen ausgewählte Vertreter von umliegenden Dörfern zusammen und werden von unseren Trainern geschult. In einer der Einheiten fertigen die Teilnehmer Skizzen ihrer Umgebung an und erörtern die wichtigsten und größten Gefahrenquellen. Anhand dieser Karten lernen die Bewohner auch, was überhaupt Katastrophen sind und wie sie sich auf diese optimal vorbereiten können. Sie erfahren, wie sie sich gegenseitig helfen können und wie sie auch trotz der Katastrophen ihre Ernte und Lebensgrundlage schützen können.

 

Die Mitglieder treffen sich regelmäßig zu Workshops und besprechen Maßnahmen für die Katastrophenvorsorge.

Die Mitglieder treffen sich regelmäßig zu Workshops und besprechen Maßnahmen für die Katastrophenvorsorge.

Auf Plakaten beschreiben sie die größten Gefahrenquellen in ihrer Region.

Auf Plakaten beschreiben sie die größten Gefahrenquellen in ihrer Region...

... und erörtern Maßnahmen, die sie anwenden können, um die Auswirkungen der Gefahren zu minimieren.

... und erörtern Maßnahmen, die sie anwenden können, um die Auswirkungen der Katastrophen zu reduzieren.

Die Distanzen in Lesotho sind riesig – nicht nur für die Dorfbevölkerung sind es kilometerweite Märsche zu einer anderen Örtlichkeit, auch Anna sitzt stundenlang im Auto und fährt durch Berge und Landschaften.

Die Straßen sind holprig.
Die Landschaft in Lesotho ist wunderschön.
Die Straßen sind lang, die Distanzen enorm weit.

Kommunikation über Distanzen

Lesotho liegt sehr hoch, Handys haben meist keinen Empfang – sofern überhaupt welche vorhanden sind. Auch Radios sind teilweise noch nicht überall verfügbar. Eine flächendeckende Warnung vor nahenden Katastrophen ist schwierig. In den Workshops lernen die Menschen, wie sie sich trotzdem gegenseitig über kilometerweite Strecken hinweg warnen können, um zeitgerecht geeignete Vorbereitungen treffen zu können.

Zwischen den einzelnen Workshops lernt Anna auch immer wieder Bauern und Gärtner kennen, die ihr stolz und freudig ihren Garten und ihre Äcker zeigen wollen. Das alles haben sie von World Vision gelernt – sie wissen jetzt, wie sie selbst ihr Gemüse anbauen, vermehren und erfolgreich ernten können.

Eine kleine Bauerngruppe ist stolz auf ihr Feld.
Die Ernte ist vielfältig und prächtig.

Eine kleine Bauerngruppe zeigt Anna auch die vielfältigen Methoden, wie sie Gemüse und Früchte erfolgreich konservieren und haltbar machen können. Durch ein Trocknungsverfahren kann diese Bauerngruppe Äpfel trocknen und auf dem Markt verkaufen. In nächster Zeit wollen sie auch noch Gemüse und Obst in Konserven abfüllen und damit Geld verdienen.

Durch ein spezielles Trocknungsverfahren können Äpfel haltbar gemacht werden.
Die Äpfel werden im Trocknungsautomaten haltbar gemacht.

Süßer Abschluss in Lesotho

Zum Schluss lernt Anna noch Nthabiseng* kennen. Sie ist 50 Jahre alt und war Teilnehmerin in einem Workshop, in dem sie lernte, wie sie ihr Einkommen steigern kann. Aufbauend darauf hat sie aus Dung und anderen kostenfreien Materialien einen eigenen kleinen Backofen gebaut. Seit Jänner bäckt sie nun wöchentlich ein ganzes Blech traditioneller Scones, die sie an Schüler und ältere Personen am Markt verkauft. Zukünftig möchte sie auch anderen ihr Handwerk beibringen, damit sich noch weitere Menschen ihren eigenen kleinen Ofen bauen können. Ein wundervolles Beispiel für unsere Arbeit – und noch dazu schmecken die Scones hervorragend!

Im ersten Schritt vermengt Nthabiseng die Zutaten und mischt den Teig an.

In dem kleinen Ofen bäckt Nthabiseng Scones.

Auf den Deckel legt sie heiße Kohle und ermöglicht damit eine Art Ober- und Unterhitze im Backofen.

Auf den Deckel legt sie heiße Kohle und ermöglicht damit eine Art Ober- und Unterhitze im Backofen.

In dem kleinen Ofen bäckt Nthabiseng Scones.

Im ersten Schritt vermengt Nthabiseng die Zutaten und mischt den Teig an.

Anna und unsere Projektkoordinatoren vor Ort sind stolz auf Nthabiseng.

Anna und unsere Projektkoordinatoren vor Ort sind stolz auf Nthabiseng.

Anna und das Team vor Ort

 

 

Anna Zügner von World Vision Österreich und das EU’s Civil Protection and Humanitarian Aid operations (ECHO)-Projekt-Team von World Vision Lesotho

*Name geändert