Das größte Flüchtlingslager der Welt in Bangladesch

3 Jahre Nothilfe für geflüchtete Rohingya

Hunderttausende Menschen wurden aus Myanmar vertrieben und suchen Zuflucht und Schutz in Bangladesch. Es fehlt am Nötigsten. Viele von ihnen haben nicht einmal eine Notunterkunft. World Vision hilft gemeinsam mit Partnern vor Ort.

Flüchtlingsdrama Bangladesch

Seit August 2017 sind mehr als 860.000 Menschen vor Verfolgung und Gewalt aus Myanmar nach Bangladesch geflüchtet und leben dort im größten Flüchtlingslager der Welt. Sie gehören überwiegend der muslimischen „Rohingya“-Minderheit an. Die Hälfte der Flüchtlinge sind Kinder. Viele von ihnen berichten, dass Angehörige getötet und ihre Häuser zerstört wurden. Traumatische Erinnerungen, eine anstrengende Flucht und mangelnde Versorgung zehren an ihren Kräften. World Vision ist mit Partnern vor Ort im Einsatz.

Geschwisterpaar mit Nothilfepaket von World Vision
Eine Flüchtlingsfamilie hat notwendige Hilfsgüter von World Vision erhalten
Registrierung von Flüchtlingen in Myanmar

So hilft World Vision

Mit unserer Nothilfe wollen wir vor allem die Schwächsten erreichen und ihre Gesundheit stärken. Gemeinsam mit Partnern wie dem Welternährungsprogramm (WFP) versorgt World Vision Bangladesch tausende von Flüchtlingen mit Nahrungsmittel-Vorräten. Ausgewählt werden vor allem Haushalte mit schwangeren oder stillenden Frauen sowie alleinstehende Mütter oder Väter und ältere Menschen. Außerdem sind Maßnahmen für die Wasser-und Sanitärversorgung sowie Kinderschutzzentren geplant.

Die Rohingya sind widerstandsfähige, mutige Überlebenskünstler, aber gerade die Eltern hier haben Angst. Sie müssen mitansehen, wie ihre Kinder in den Flüchtlingslagern ohne Ausbildung aufwachsen, die sie brauchen würden, um sich eines Tages zu Hause in Myanmar ein neues Leben aufzubauen. Diese Kinder könnten schnell zu einer verlorenen Generation werden. Mütter sagen zu mir: `Es ist jetzt drei Jahre her. Hat die Welt uns schon vergessen´?
Fredrick Christopher, Einsatzleiter von World Vision in Cox's Bazar

Hintergründe

Warum flüchten so viele Menschen aus Myanmar nach Bangladesch?

Aus dem Norden von Myanmar sind mehr als 860.000 Menschen vor Verfolgung und Gewalt in das Nachbarland geflüchtet. Die meisten von ihnen gehören der muslimischen Rohingya-Minderheit an, die in ihrer Heimat nicht als eigene Volksgruppe anerkannt wird. Viele von ihnen berichten, dass Angehörige getötet und ihre Häuser zerstört wurden.

Wer sind die Rohingya?

Sie gehören einer ethnischen Minderheit von Muslimen an, die etwa 1,1 Millionen Menschen zählt. Sie leben im Rakhine-Staat an der Grenze zu Bangladesch und Indien. Die Rohingya sind Staatenlose und werden offiziell nicht zur 52-Millionen-Bevölkerung Myanmars gezählt.

Wie lange ist die Kinderhilfsorganisation World Vision schon in Bangladesch tätig?

World Vision arbeitet seit 1972 in Bangladesch und unterstützt aktuell etwa 5 Millionen Menschen in 31 Distrikten des Landes. Die Programme verfolgen vier Schwerpunkte: Neben der Verbesserung der Ernährung und Gesundheit von Kindern sowie einer qualitativ guten Bildung auch den Schutz von Kindern vor Gewalt und eine Stärkung der Widerstandsfähigkeit armer Bevölkerungsgruppen gegen Katastrophen. Gegenwärtig profitieren 181.000 Kinder von den Patenschaftprogrammen von World Vision.

Im Rahmen der Rohingya-Nohilfe ist World Vision seit drei Jahren umfangreich tätig. Den aktuellen Jahresbericht finden Sie hier.

Arbeitet World Vision auch in Myanmar?

Ja, World Vision ist seit 1991 in Myanmar (ehemals Burma) und unterstützt benachteiligte Menschen in den Bereichen Gesundheit und Ernährung, Bildung, mit Trinkwasser und sanitären Anlagen. Auch World Vision Österreich unterstützt ein Patenschaftsprojekt in Myanmar. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.