Patenkinder besser verstehen:

Female Genital Mutilation (FGM) erklärt

Drei Millionen Mädchen sind jedes Jahr der Gefahr einer Beschneidung ausgesetzt, alle zehn Sekunden wird ein Kleinkind oder ein junges Mädchen verstümmelt. In der Regel hat das einen kulturellen bzw. sozialen Hintergrund: Der Wert eines Mädchens hängt von seinen Chancen am Heiratsmarkt ab. Diese sollen durch die Beschneidung steigen. Tatsächlich sind Genitalverstümmelung und Frühheirat eng miteinander verknüpft.

 

 

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Was ist FGM?

Female Genital Mutilation (FGM) bedeutet, dass die äußerlichen Genitalien eines Mädchens ohne triftigen medizinischen Grund ganz oder teilweise entfernt werden. Die Verstümmelung wird meistens bereits im Kleinkindalter durchgeführt, oft unter unhygienischen Bedingungen und ohne Betäubung. Die Konsequenzen für das Mädchen sind gravierend, physisch wie psychisch. International gilt FGM als massiver Verstoß gegen das Menschenrecht auf körperliche Unversehrtheit.

Wo ist FGM noch üblich?

Die grausame Praxis kommt auf allen Kontinenten vor, ist aber vor allem in 30 Ländern des Mittleren Ostens und Zentralafrika verbreitet. In Ägypten, Mali und Guinea sind 90 Prozent der Frauen zwischen 15 und 49 Jahren der Prozedur unterzogen worden. Die Mädchen werden entweder gezwungen oder überredet. Dabei wird sozialer Druck ausgeübt: Ein Mädchen, das beschnitten ist, hat bessere Chancen, einen Ehemann zu finden. Gleichzeitig soll die Jungfräulichkeit bewahrt und verhindert werden, dass das Mädchen seinen Ehemann betrügt.

 

 

Was passiert bei FGM?

Je nach kulturellem Hintergrund wird die Beschneidung mit einer Rasierklinge, einer Schere, einem Messer oder einer Glasscherbe durchgeführt, entweder zu Hause oder im Freien. Weil es keine Betäubung gibt, werden die Mädchen festgehalten oder gefesselt. Mittlerweile wird FGM immer häufiger auch von medizinisch ausgebildeten Personen durchgeführt. Die UNO hat diese Praxis gemeinsam mit Gesundheitspersonal als Verletzung der Menschenrechte und medizinischer Ethik scharf verurteilt.

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Welche Folgen hat FGM für die betroffenen Mädchen und Frauen?

Die gesundheitlichen Konsequenzen sind dramatisch und reichen von enormem Blutverlust über Infektionen bis hin zum Tod. Langfristig kann es zu Unfruchtbarkeit, Vernarbungen, Trauma, Angststörungen und Depression kommen. Oft ist auch eine spätere Operation notwendig.

 

 

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Wie hilft World Vision diesen Mädchen?

Wir nutzen die Beiträge unserer Patinnen und Paten, um die Mädchen, ihre Familien und ihre Gemeinschaft über FGM und seine Folgen aufzuklären. Und das funktioniert auch! Dort, wo World Vision diese so wichtige Aufklärungsarbeit betreibt, kann FMG oft innerhalb einer einzigen Generation ausgelöscht werden.

Um dieses Ziel zu erreichen, verfolgen wir mehrere Ansätze. Dazu gehören auch Workshops für junge Menschen, ihre Eltern und Großeltern sowie Jugendclubs, Jugendparlamente und Netzwerke für Mädchen. Um die soziale Norm langfristig zu verändern, arbeiten wir auch eng mit den religiösen Führern in den Gemeinden zusammen, denn diese verfügen über großen Einfluss und können dabei helfen, das Ruder herumzureißen.

Außerdem unterstützen wir Mädchen dabei, die Schule zu besuchen. Denn ein Mädchen, das eine Ausbildung genossen hat, ist in der Lage, für seine Rechte einzutreten, heiratet in der Regel später und weiß, wie Verhütungsmittel richtig eingesetzt werden. Mädchen, die zur Schule gehen konnten, sind auch gesünder und wissen über gesunde Ernährung Bescheid. Die Ausbildung der Mädchen ist ein wichtiges Puzzlestück in der Bekämpfung von FGM und der Ungleichberechtigung, der Mädchen und Frauen nach wie vor ausgesetzt sind.

 

 

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