


Länderinformation
Land und Leute
Der Staat Mosambik liegt in Südostafrika am Indischen Ozean. Das Land grenzt an Tansania, Malawi, Sambia, Simbabwe, Südafrika und Swasiland. Mit einer Fläche von etwa 800.000 Quadratkilometern ist Mosambik etwa 10 mal so groß wie Österreich.
In Mosambik leben rund 19,5 Millionen Menschen. Die größte Stadt ist die Hauptstadt Maputo mit rund 1,2 Millionen Einwohnern. Im ganzen Land gibt es circa 80 verschiedene Ethnien. Der Großteil der Bevölkerung (99,66%) zählt zu indigenen Stammesgruppen, die von den Ureinwohnern, den Bantu-Völkern abstammen.
Sprache und Religion
Die Amtssprache in Mosambik ist Portugiesisch, was allerdings nur für eine Minderheit die Muttersprache ist, und im täglichen Sprachgebrauch kaum verwendet wird. Nur 27% der Bevölkerung spricht Portugiesisch als Zweitsprache. Im Alltag werden über 40 Sprachen gesprochen, circa die Hälfte davon sind Bantu-Dialekte. Die meisten Mosambikaner sprechen mehr als eine Sprache.
Etwa 50 Prozent der Mosambikaner sind Anhänger traditioneller afrikanischer Religionen, rund 30 Prozent sind Christen und 20 Prozent Muslime.
Klima und Vegetation
Das Klima in Mosambik ist subtropisch bis tropisch, je nach Region und Lage. Theoretisch gibt es eine Trocken- und eine Regenzeit. Allerdings bleiben die Regenfälle oft aus und haben so z.B. im Jahr 2000 eine verheerende Dürre- und in Folge Hungerkatastrophe ausgelöst. In der Regenzeit von November bis April ist es tropisch heiß und schwül, während der Trockenzeit kann es im Landesinneren kühle Nächte geben. Das ganze Jahr über werden Temperaturen bis 30 Grad erreicht, im Landesinneren auch bis zu 35 Grad Celsius.
Das Land steigt stufenförmig von seiner etwa 2.800 Kilometer langen Küste bis zum Hochland an. Die höchste Erhebung ist der 2.436 Meter hohe Monte Binga. Verschiedene Flüsse fließen aus dem Hochland nach Osten in die Straße von Mosambik – eine Meerenge, die Madagaskar vom afrikanischen Festland trennt. Die größte Fläche des Landes besteht aus Trockensavanne mit Grasland und einigen Trockenwäldern.
Politik, Wirtschaft und Geschichte
Etwa 500 vor Christus besiedelten Bantu-Völker aus der Gegend nördlich des Viktoria-Sees Zentral- und Ostafrika, bis zum Süden des Kontinents. Bis zum 16. Jahrhundert waren die Bewohner des heutigen Staatsgebiets von Mosambik Teil eines mächtigen Reiches, in dem schon früh Eisenprodukte hergestellt und vielfältige Waren mit den Arabern gehandelt wurden. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts besetzten Portugiesen den Küstenstreifen und begannen, das Land jahrhundertelang auszubeuten.
In den 1960er-Jahren entstand eine Widerstandsbewegung, aus der die spätere Regierungspartei „Frelimo“ hervorging. Der blutige Freiheitskampf der Frelimo gegen die Portugiesen endete erst 1975 mit dem Rückzug der Besatzer und der Gründung der sozialistischen Volksrepublik Mosambik.
Die Unabhängigkeit Mosambiks brachte zwar die Freiheit, die Wirtschaft brach jedoch zusammen. Die großen Farmen, die Güter wie Zucker, Sisal und Tee produzierten und exportierten, waren fast alle in der Hand weißer Plantagenbesitzer gewesen. Als diese das Land verließen, ging mit ihnen auch viel Know-How verloren. Die sozialistische Regierung versuchte zunächst, Produktionsgenossenschaften, später kleinbäuerliche Landwirtschaft zu fördern. Beides brachte keinen Aufschwung.
Das größte Hindernis für einen guten Neuanfang war jedoch ein fast 20-jähriger Bürgerkrieg der rechtsgerichteten Widerstandsbewegung „Renamo“ gegen die sozialistische Regierung. Die „Renamo“ wurde unter anderem vom Apartheidsregime in Südafrika unterstützt. Bei diesem Krieg wurde die Infrastruktur zerstört, die Bevölkerung terrorisiert und zur Flucht gezwungen. Das Jahr 1992 brachte endlich Frieden. Die Regierungspartei „Frelimo“ hat sich Anfang der 90er-Jahre vom streng sozialistischen Kurs abgewandt und die Privatisierung wichtiger Wirtschaftszweige zugelassen.
Seit dem Friedensabkommen wird die Wirtschaft – auch mit internationaler Hilfe – zum Teil recht erfolgreich wieder aufgebaut. Herbe Rückschläge brachten jedoch Flutkatastrophen in den Jahren 2000 und 2001. Auch im Februar 2007 wurden durch starke Regenfälle im Sambesi-Tal große landwirtschaftliche Flächen zerstört.
Mosambik ist immer noch eins der ärmsten Länder der Welt, auch wenn die Wirtschaft – vor allem in den Städten – zusehends wächst. Die größte Bedrohung für die Wirtschaft ist die AIDS-Epidemie. Etwa 38 Prozent der Menschen leben unter der Armutsgrenze, müssen also mit umgerechnet weniger als einem US-Dollar pro Tag auskommen. Die meisten Erwachsenen arbeiten in der selbstversorgenden Landwirtschaft oder im sogenannten informellen Sektor, haben also keine feste, offizielle Arbeitsstelle. Laut dem Human Development Index 2008 (HDI, siehe Tabelle) der UN zählt Mosambik zu den fünf ärmsten Ländern der Welt.
Landwirtschaft und Ernährung
Die landwirtschaftlichen Erträge reichen kaum aus, um die Familien ausreichend zu ernähren oder ein Einkommen zu erwirtschaften. Weil zu wenig Regen fällt, vertrocknen nicht selten die Felder, und die Ernten bleiben aus. Neben den Dürren führen auch Wirbelstürme, Überflutungen und Schädlinge zu Ernteausfällen. Kenntnisse über ressourcenschonende Anbaumethoden, angepasstes Saatgut und Werkzeug fehlen in weiten Teilen des Landes. Immer wieder führen diese Faktoren zu Nahrungsmittelknappheit. Daher sind etwa 45 Prozent der Menschen unterernährt. Unter anderem deswegen beträgt die durchschnittliche Lebenserwartung der Mosambikaner nur 41 Jahre, was selbst für ein Entwicklungsland äußerst gering ist.
Wasser
Über die Hälfte der Menschen in Mosambik haben keinen regelmäßigen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Durch die jahrzehntelangen Unruhen ist ein großer Teil der Infrastruktur zerstört worden. Viele Frauen müssen kilometerweit laufen, um an ungeschützten Stellen Trinkwasser zu schöpfen. Da sich häufig Mensch und Tier diese Wasserstellen teilen, sind durch unreines Wasser verursachte Krankheiten weit verbreitet.
Gesundheit
Die Gesundheitsversorgung der Menschen in Mosambik ist sehr unzureichend. Nur wenige Gesundheitsstationen und Krankenhäuser sind ausreichend mit Material und geschultem Personal ausgestattet. Viele Menschen gehen mit ihren Leiden lieber zu traditionellen Heilern. Malaria, Durchfallerkrankungen, Atemwegsinfektionen und andere Armutskrankheiten gefährden insbesondere die Kinder. Diese sind durch die mangelhafte Versorgung mit sauberem Trinkwasser und Nahrung ohnehin schon geschwächt. Auch die traditionellen Geburtshelferinnen sind kaum medizinisch geschult. Die Kindersterblichkeit ist mit 152 von 1.000 Kindern bis fünf Jahren hoch.
AIDS bedroht die Entwicklung Mosambiks
Nirgends sind die Folgen der AIDS-Epidemie so katastrophal wie in den Ländern südlich der Sahara. Hier leben zwei Drittel aller mit HIV infizierten Menschen. Jeder sechste Mosambikaner zwischen 15 und 49 Jahren ist mit HIV infiziert. Das ist in diesem äußerst armen Teil der Welt praktisch ein Todesurteil, denn moderne Medikamente kann sich kaum jemand leisten.
Die AIDS-Epidemie hat nicht nur für die Kranken tragische Auswirkungen, sondern auch für die gesamte Gesellschaft. Die Arbeitskraft und Fürsorge der Menschen im Erwachsenenalter ist stark eingeschränkt oder fällt weg. Besonders hart trifft es die Kinder. UN-Schätzungen zufolge leben in Mosambik zurzeit etwa 510.000 Kinder, die durch AIDS zu Waisen geworden sind. Viele von ihnen müssen die Schule verlassen, um den Lebensunterhalt für sich und ihre Geschwister zu bestreiten. Zahlreiche Kinder treiben diese Lebens¬umstände bereits in jungen Jahren in die Prostitution oder in die Kinderarbeit als Viehhüter, Haushaltshilfe oder Tagelöhner. Oft lastet die gesamte Verantwortung für den Lebensunterhalt, die Versorgung der Angehörigen und nicht zuletzt für das eigene Wohlergehen auf den Schultern von Kindern, die manchmal noch nicht einmal das Teenager-Alter erreicht haben. Ohne Unterstützung von außen sind sie hoffnungslos überfordert, und ohne Perspektiven, dem Teufelskreis der Armut zu entkommen.
Da AIDS mit einem starken Stigma belegt ist, gehört es sich für viele Mosambikaner nicht, darüber zu sprechen. Deshalb sind nur wenige Menschen ausreichend über die Ansteckungswege und vorbeugende Maßnahmen aufgeklärt und dazu bereit, sich testen zu lassen. Auch begünstigen Traditionen wie die Vielehe die Verbreitung des Virus ebenso wie bestimmte abergläubische Praktiken. Beispielsweise gilt der Beischlaf mit einer Jungfrau als reinigend – dass sich diese dabei infizieren kann, wissen längst noch nicht alle Mosambikaner. AIDS wird in Afrika vielerorts als Hexenwerk angesehen, was durch magische Rituale bekämpft werden muss. Wer AIDS hat, wird oft sozial ausgegrenzt.
Bildung
Mehr als 50% der Mosambikaner über 15 Jahre, können nicht lesen und schreiben. Zwar werden die meisten Kinder (rund 71 Prozent) eingeschult, aber nicht einmal die Hälfte von ihnen erreicht die fünfte Klasse. Das liegt vor allem an der großen Armut der Menschen. Zwar müssen die Familien seit 2006 keine Schulgebühren mehr bezahlen, aber auch Material wie Bücher und Hefte sind für viele nicht leistbar. Insbesondere in ländlichen Gegenden ist die Qualität des Unterrichts so schlecht, dass Eltern mehr Sinn darin sehen, ihre Kinder bei der Haus- und Feldarbeit einzusetzen. Auch werden viele Mädchen bereits sehr jung verheiratet.
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World Vision Österreich engagiert sich in Mosambik mit dem
Regionalentwicklungsprogramm Nihessiue

