Erdbeben in Haiti


World Vision hat zum jetzigen Zeitpunkt ausreichend Spenden für Haiti gesammelt. Chile benötigt ihre Hilfe im Moment am dringlichsten. Bitte helfen Sie!  




Hilfe für Haiti

Vier Wochen nach dem katastrophalen Erdbeben in Haiti wird deutlich, dass die Menschen dort mehr als die Nothilfe mit Nahrungsmitteln, Trinkwasser und Unterkünften brauchen.

Geschätzte 3 Millionen Menschen sind Opfer des zerstörerischen Erdbebens geworden, das am Dienstag, den 12. Jänner 2010 Haiti erschütterte. Ca. 200.000 wurden beim Beben getötet und rund 300.000 wurden schwer verletzt. Mehrere Erdstöße mit einer Stärke von 7 auf der Richter-Skala hatten gegen 17 Uhr Ortszeit die Insel erschüttert, rund 90 % der Wohnungen und Häuser, darunter der Präsidentenpalast und das Hauptquartier der UNO-Mission in der Hauptstadt Port-au-Prince stürzten ein, auch mehrere Krankenhäuser wurden zerstört. Die öffentliche Infrastruktur im Großraum der schwer betroffenen Hauptstadt Port-au-Prince ist zusammengebrochen.

World Vision konzentriert sich bei der Hilfe vor allem auf die medizinische Versorgung und Verteilung von Baumaterial für Notunterkünfte und Trinkwasser. Um den Kindern im Erdbebengebiet einen sicheren Ort zu vermitteln, hat World Vision inzwischen fünf Betreuungszentren eingerichtet. In Gemeinderäumen oder Großzelten können Mädchen und Jungen unterkommen. Sie werden von geschultem Personal medizinisch und psychisch betreut. Sie können sich dort von ihren Verletzungen erholen oder mit Gleichaltrigen spielen, um ihre schrecklichen Erlebnisse zu verarbeiten.

World Vision fordert beim Wiederaufbau in Haiti auch die psychische Komponente der Katastrophe zu berücksichtigen. „Wir müssen nicht nur Häuser, sondern auch gesellschaftliche Strukturen wiederaufbauen“, sagt Sian Platt. Dazu müsse man soziale Netzwerke wiederbeleben und so den Familien ein Stück „normalen Alltag“ ermöglichen. 


Ihre Hilfe kommt an!

Trotz der logistisch schwierigen Situation erreichen die Hilfsgüter von World Vision die betroffenen Menschen. „Es ist gut zu sehen, wie die Hilfe ankommt, aber es muss noch mehr werden“: Dine Paul und ihre einjährige Tochter Julissa, die sich verschreckt an ihre Mutter kuschelt, nächtigten die letzten Tage unter freiem Himmel – sie haben bei dem schweren Beben in Haiti alles verloren, ihr Cousin liegt noch tot unter den Trümmern ihres Hauses in Petionville, einem Vorort im Osten der Hauptstadt Port-au-Prince.

Auf einem Schrottplatz warten neben Dine hunderte Menschen auf Hilfe. Und Hilfe kommt: Mitarbeiter von World Vision, darunter viele Einheimische, verteilen Medikamente, Wasser, Nahrungsmittel, Decken und Zeltplanen. James Addis, Organisator von World Vision in Petionville: „Wir haben alleine auf diesem Sammelplatz mehr als 750 Notfallpakete bereitgestellt, und es geht weiter.“ Mazard Guy von der örtlichen Gemeindeverwaltung: „Es ist die erste Hilfe, die wir von außen bekommen, bisher mussten unsere Leute ohne jede Verpflegung auf dem Schrottplatz campieren, sie wurden von den Nachbarn notdürftig versorgt.“

Hilfe und Schutz für die Kinder

Besonderes Augenmerk gilt den hilflosesten Opfern der Katastrophe: den Kindern. In Delmas versorgen Mitarbeiter der Kinderhilfsorganisation World Vision beispielsweise ein völlig überfülltes Waisenhaus, in dem Kinder zwei Tage lang ohne Wasser auskommen mussten. Das Waisenhaus hatte zusätzlich 36 Kinder von zerstörten Heimen übernommen. Es gab keinen Strom, kein sauberes Trinkwasser und keine Nahrung mehr. Addis: „Als wir Hilfe brachten, streckten uns Dutzende Kinder ihre Arme entgegen. Die meisten sind erschöpft, viele leiden unter Krankheiten wie Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und Hautausschlag." Das Schicksal dieser Kinder ist nur ein Beispiel, wie dramatisch die Lage im Erdbebengebiet nach wie vor ist und wie sehr die Menschen auf Hilfe von Außen angewiesen sind.

World Vision verstärkt seine Hilfe und bringt weitere Güter ins Land. Dazu hat die Organisation ein Zwischenlager im Grenzort Jimani in der Dominikanischen Republik eingerichtet. Von dort werden Wasserkanister, Zeltplanen, Decken, Medikamente, Hygieneartikel sowie Kochsets per Lastwagen nach Port-au-Prince transportiert. Zusätzlich hat World Vision mit Air Serve International ein Kooperationsabkommen geschlossen und einen Shuttle Service zwischen Santo Domingo und Port-au-Prince eingerichtet. Die Maschinen können bis zu sechs Personen oder Cargo transportieren und verkehren zweimal täglich.




Da viele Menschen bereits aus Port-au-Prince fliehen und auf dem Land Hilfe bei Verwandten und Freunden suchen, werden die ländlichen Entwicklungsprogramme von World Vision ebenfalls mobilisiert. Seit dem ersten Tag der Katastrophe sind die einheimischen Kollegen im Einsatz:
  • Zunächst wurden elf Krankenhäuser und Gesundheitsstationen aus lokalen Lagerbeständen mit Medikamenten und medizinischem Verbrauchmaterial beliefert. Ein mobiles Team leistet Verletzten auch erste Hilfe.
  • An mehr als 3.000 Familien wurden Notpakete übergeben, u.a. Trinkwasser, Kleidung, Decken, Hygiene- und Kochsets.
  • Gemeinsam mit UNICEF organisiert World Vision auch an der Grenze Hilfe für unbegleitete und traumatisierte Kinder und richtet zu diesem Zweck eigene Kinderbetreuungszentren ein.
  • Mitarbeiter erkunden den Hilfsbedarf in Stadtrandregionen. Die UN haben World Vision um Unterstützung bei Sicherheitsfragen und Koordinierung gebeten.
Wie bei großen Katastrophen üblich, richtet sich World Vision auf ein längerfristiges Engagement ein, um Familien beim Neuanfang zu helfen und Kindern ein Stück Normalität zu ermöglichen.


Arbeiten für World Vision


AKTUELLER HINWEIS ZU HAITI

Uns erreichen immer wieder Anfragen von Freiwilligen im Erdbebengebiet Haitis zu helfen. Wir wissen dieses Engagement zu schätzen, müssen Ihnen aber leider mitteilen, dass ein Einsatz dieser Art durch World Vision International nicht möglich ist.

Für den Einsatz von Freiwilligen bedarf es zusätzlicher Koordination, Administration und Logistik (sowohl hier im österreichischen Büro als auch vor Ort). Diesen Aufwand können wir in dieser ohnehin außergewöhnlichen Situation aus Kapazitäts- und Kostengründen nicht leisten.

Unter der Internetadresse www.entwicklungsdienst.de finden Sie weitere Organisationen mit den unterschiedlichsten Schwerpunkten und Unterstützungsmöglichkeiten. Vielleicht ergibt sich dort eine Möglichkeit der Unterstützung.


 Österreichisches Spenden-Gütesiegel