Recht auf Nahrung
Für Kinder unter 5 Jahren sind die Folgen von Mangel- und Unterernährung besonders schwerwiegend: Sie leiden oft ihr Leben lang an irreversiblen Schäden.
Ernährungssicherung: 1 Milliarde Menschen hungern

„Ernährungssicherheit besteht, wenn alle Menschen zu allen Zeiten physischen und ökonomischen Zugang zu ausreichend sicherer und gehaltvoller Nahrung haben, sodass sie ihre Ernährungsbedürfnisse und Nahrungsvorlieben für ein aktives und gesundes Leben decken können…“

Auf diese Definition von Ernährungssicherung einigte sich die Staatengemeinschaft im Aktionsplan des Welternährungsgipfels der FAO (Food and Agricultural Organisation) bereits 1996.

Die aktuelle Situation

Eine Milliarde Menschen hungert: Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Hungernden weltweit von 848 auf 923 Millionen Menschen (Welthunger-Index 2008). Durch die Nahrungsmittelkrise befürchten die Hilfsorganisationen weitere 100 Millionen Hungernde. Über eine Milliarde Menschen werden in nächster Zukunft hungern.

Kinder sind besonders betroffen, weil sie an den Folgen einer Unterernährung in den ersten fünf Lebensjahren ihr Leben lang leiden.
Steigende Lebensmittelpreise sind kein temporäres Phänomen. Die Auswirkungen drohen die bereits erreichten Erfolge in der Entwicklungszusammenarbeit zunichte zu machen.

In der Anwaltschaftsarbeit setzt sich World Vision gemeinsam mit anderen Organisationen für die Bekämpfung der vom Menschen „gemachten“ Ursachen von Hunger ein:
  • Klimawandel
  • Spekulationen mit Grundnahrungsmitteln
  • Anbau von Agrotreibstoffen anstelle von Nahrungspflanzen
  • Zerstören von Kleinbauernexistenzen durch subventionierte Nahrungsmittelexporte (EU/USA)
Unsere Erfahrungen bringen wir in Österreich in der vom Lebensministerium einberufenen „Taskgroup zum Recht auf Nahrung“ ein.
Download: Arbeitsprogramm und Ziele der Task Group  


Strategien in für eine nachhaltige Ernährungssicherung

Unsere Strategien in für eine nachhaltige Ernährungssicherung sind:
  • Nothilfe für akut von Hunger Betroffene ausbauen, möglichst mit lokal produzierten Lebensmitteln (Mangel- und Fehlernährung bei Kleinkindern kann später kaum mehr aufgeholt werden)
  • Fördern der Kleinbauern und der nachhaltigen Landwirtschaft
    (Investitionen in die Landwirtschaft sind die effektivste Armutsbekämpfung)
  • Nachhaltigkeit: World Vision erarbeitet mit den KleinbäuerInnen Wege, nachhaltiger, wasserschonender und ertragreicher zu arbeiten
  • Stärkung des Rechts auf Nahrung durch Information unserer PatInnen und SpenderInnen über wirtschaftliche und politische Zusammenhänge und Hintergründe. Im Gespräch mit politischen Entscheidungsträgern bemühen wir uns darum, Einfluss auf die nationale und die EU Politik zu nehmen.
Unsere politischen Forderungen
  • Recht der Kinder auf ausreichende und gesunde Ernährung sichern durch Schulspeisungen, Ernährungszentren für Kleinkinder, Kindertagesstätten
  • Schutz der lokalen Nahrungsmittelproduktion in Entwicklungsländer durch Stärkung der Rechte von KleinbäuerInnen
  • Stopp für subventionierte Nahrungsmittelexporte aus der EU in die Länder des Südens (Bauern in den südlichen Ländern können mit den Dumping-Preisen der westlichen Länder nicht konkurrieren, sie bleiben auf ihren Produkten sitzen, ihre Existenz wird zerstört)
  • Keine Subventionierung der Produktion von Agrosprit
  • Keine Spekulationen mit landwirtschaftlichen Produkten
 


 Österreichisches Spenden-Gütesiegel